350.000+Tote

Im mexikanischen Drogenkrieg seit 2006.

Das Geld fließt zurück. Immer.

2010: Massengrab mit 72 Migranten in Tamaulipas gefunden. Die meisten erschossen. Einige erschlagen. Seitdem sind die Gräber nur größer geworden. Die Kartelle finanzieren sich durch Kokainverkäufe - auch in Berlin.

Zum Einordnen

  • Mehr Tote als im Irakkrieg
  • 53 Tote pro Tag. Jeden Tag. Seit 18 Jahren.
  • 110.000 Verschwundene. Offiziell. Die echte Zahl kennt niemand.

Wer stirbt?

  • Journalisten - 15 ermordet allein 2022 in Mexiko. Die meisten Fälle ungelöst.
  • Bürgermeister - 35 Kandidaten vor den Wahlen 2021 erschossen. Wer nicht kooperiert, stirbt.
  • Aktivisten - Marisela Escobedo suchte den Mörder ihrer Tochter. Erschossen vor dem Regierungspalast.
  • Alle anderen - Eine Familie im falschen Bus. Ein Student in der falschen Stadt. Ein Kind vor dem falschen Haus.

Die Gräber

In Jalisco graben Mütter selbst. Die Behörden suchen nicht mehr. Mit Schaufeln und Metallstangen stechen sie in die Erde. Der Geruch verrät die Stellen. 2.000 Knochen in einem Jahr. In einer Provinz.

Kolumbien

60 Jahre Bürgerkrieg. 260.000 Tote. Vier Millionen Vertriebene. FARC, AUC, Kartelle - alle haben Kokain verkauft. Der Frieden von 2016 hielt nicht. Neue Gruppen, alte Routen, das gleiche Produkt.

In Culiacán suchen Familien nach Verschwundenen. Manche seit Jahren. 110.000 Menschen offiziell vermisst. Die meisten Fälle: ungelöst. Die Suchenden finden oft nur Knochen.

Wie Kartelle regieren

In Michoacán bestimmen sie, wer Avocados anbaut. In Guerrero, wer die Straße benutzt. In Tamaulipas, wer lebt.

  • Schutzgeld von jedem Geschäft. Zahlen oder brennen.
  • Entführung als Einnahmequelle. 1.500 Euro pro Tag Lösegeld.
  • Leichen an Brücken als Nachricht an Konkurrenten.
  • Videos der Folter im Internet. Zur Abschreckung.

Berlin ist weit weg. Aber das Geld findet den Weg zurück.