1-2%des Preises

Vom Berliner Straßenpreis. Der Rest geht an andere.

Die Leute, die Koka anbauen

Ein Kilo Koka-Paste bringt Bäuer:innen etwa 700 Dollar. In Berlin wird daraus Kokain im Wert von 45.000 bis 50.000 Euro. Die Cocaleros sehen 1-2% vom Endpreis. Sie tragen das volle Risiko - Verhaftung, Glyphosat-Sprühflüge, Kartellgewalt. Fast kein Geld.

Zwei Seiten, keine gute

Die Käufer

Bewaffnete Gruppen - Kartelle, Disidencias, paramilitärische Nachfolger - kontrollieren den Ankauf. Der Preis ist nicht verhandelbar. Wer woanders verkauft, bekommt Besuch.

Der Staat

Hubschrauber sprühen Glyphosat. Die Koka stirbt. Die Kochbananen auch, das Gemüse, die Obstbäume. Das Substitutionsprogramm? Warteliste, Jahre. Und wer auf der Liste steht, darf trotzdem nicht pflanzen, was Käufer hat.

Wer baut an

  • Nasa, Emberá, Awá - indigene Völker, deren Land nie richtig ihr Land war. Kein Kataster, keine Titel, keine Kredite für legale Landwirtschaft.
  • Afro-kolumbianische Gemeinden im Pazifik-Tiefland. Acht Stunden mit dem Boot bis zur nächsten Stadt. Bananen verfaulen, bevor sie ankommen.
  • Vertriebene Kleinbauern - vom Konflikt aus ihren Dörfern getrieben, neu angesiedelt in Gebieten ohne Straßen.

Die Rechnung

80 Euro kostet das Gramm in Berlin-Mitte. Bäuer:innen bekommen 70 Cent. Für die Blätter, die Ernte, das Risiko.

Das Risiko bleibt unten

Verhaftung, wenn die Armee kommt. Glyphosat-Sprühflüge, die alles vergiften. Drohungen, wenn die Lieferung nicht stimmt. Der Gewinn geht nach oben. Das Risiko bleibt bei denen, die am wenigsten verdienen.

Freie Wahl?

Ein Sack Kaffee bringt vielleicht 2 Euro pro Kilo - wenn es eine Straße zum Markt gibt. Gibt es oft nicht. Kakao: ähnlich. Kochbananen? Kein Käufer kommt so weit.

Koka hat einen Vorteil: Die Käufer kommen zu dir. Auf Maultieren, wenn es sein muss.

Wer trägt die Verantwortung: Die Bäuer:innen in Kolumbien oder die Leute am anderen Ende der Kette, die das Geld haben?